Ich bin mittlerweile ganz fest davon überzeugt, dass es für jeden Menschen wichtig ist, eine ganz besondere Leidenschaft zu haben. Diese Leidenschaft kann ganz unterschiedlicher Art sein und hat vor allem selten etwas mit Vernunft zu tun. Wenn Du plötzlich Deine Mutter bei einer CD von Helene Fischer jubelnd und tanzend durch die Gegend hüpfen siehst, dann mag das zunächst sehr befremdlich auf Dich wirken, aber in dem Moment ist ihr das vollkommen egal und genau darauf kommt es an. Wenn Du von einem Erwachsenen hörst, dass er gerne mit Playmobil oder LEGO spielt und dieses Zeug sammelt, dann denkt man im ersten Moment vielleicht, dass der Typ nicht mehr alle Steine auf der Schleuder haben muss, wie Fred Feuerstein immer zu sagen pflegte. Dass er dabei aber großen Spaß hat und sich immer wieder in die Zeit zurückversetzt fühlt, als er noch ein Kind war und sich um diese Außenwirkung keine Gedanken machte, vergisst man dabei leider allzu oft. Überhaupt vergessen wir leider viel zu häufig wie es war, als wir noch Kinder waren. Wenn ich mit meinem alten Freund und Weggefährten Pinguin draußen rumgefetzt habe, wie wir es in unserer Sprache immer nannten, dann haben wir mit Vorliebe Fliegen gefangen und sie in ein Glas mit Blumen und Gräsern gesetzt. Dabei bewunderten wir immer die Schönheit dieser Insekten, denn die haben viel mehr zu bieten als einem nur auf den Sack zu gehen und sich auf Hundehaufen zu setzen. Stell Dir mal vor, wie Dich die Leute ansehen würden, wenn Du heute draußen im Park bei tollstem Wetter Fliegen fangen und sie dann in einem Einmachglas verstauen würdest. Die würden wahrscheinlich denken, dass Du völlig verrückt geblieben bist 😉 . Dabei weiß ich heute noch ganz genau, wie erhebend damals immer das Gefühl war, wenn wir die kleinen Brummer danach wieder in die Freiheit entlassen haben.
Es ist aber überhaupt nicht wichtig, was andere Menschen von Dir denken und Du zu glauben denkst, was diese von Dir denken. Wenn Du Dich tatsächlich darum kümmern müsstest, was andere Menschen von Dir denken, dann käme das einer Lebensaufgabe gleich. Du wärst dann mit nichts anderem mehr beschäftigt, als darüber nachzudenken, wie Deine Handlungen bei anderen Menschen ankommen könnten. Es gibt dazu ein sehr schönes Zitat von Paulo Coelho:

„Was andere Menschen von dir denken, ist nicht dein Problem.“

Dieses Zitat habe ich mir zu Herzen genommen und mich auch viel damit beschäftigt. Heute kann ich mit Stolz behaupten, dass das bei mir in den allermeisten Fällen tatsächlich so ist. Und weil mir das so wunderbar egal ist, lasse ich mich auch nicht von der Anti-Rosenkohl-Fraktion unterkriegen, die vor einigen Wochen gegen mein wunderbares Rosenkohl-Curry rebellierte. Ich lasse mich auch nicht von meiner Familie unterkriegen, die mit gerümpften Nasen durch die Wohnung marschiert und Proteste lautstark äußert, wenn ich meinen wunderbaren Rosenkohl in der Küche zubereite. Rosenkohl ist nämlich eine meiner Leidenschaften und da mache ich keine Kompromisse. Obwohl…ich warte lieber wieder, bis ich allein zu Hause bin. Dann erspare ich mir den Ärger mit meinen beiden Schnuckis und ich lüfte beim Kochen meiner prächtigen Rosenkohlsuppe auch lieber ordentlich durch, damit es im Treppenhaus nicht zu sehr nach Kohl riecht. Was sollen denn dann bloß die Nachbarn von mir denken, wenn es aus unserer Wohnung so komisch riecht?

Für ca. 4 – 6 Portionen Suppe:

  • 600g Rosenkohl
  • 500g Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 200ml Pflanzensahne (optional, es geht auch sehr gut ohne)
  • 2 Karotten
  • 1 EL Öl
  • Muskat
  • Salz & Pfeffer

Den Rosenkohl putzen und entstrunken (oder für die ganz Schnellen einfach TK-Ware nehmen), die Kartoffeln und Karotten schälen und in Würfel schneiden, Zwiebeln schälen und grob hacken. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln glasig anbraten. Die Gemüsebrühe dazu gießen und kurz aufkochen. Nun den Rosenkohl mit in den Topf geben und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Das mache ich deswegen, weil ich den Rosenkohl ganz zart mag, wenn Du ihn lieber mit Biss haben möchtest, dann gib ihn zusammen mit den Kartoffel- und Karottenwürfeln in den Topf.
Die Kartoffeln und Karotten zufügen, wieder kurz aufkochen lassen bis das Gemüse gar ist. Mit der Schöpfkelle ca. 2/3 des Rosenkohls aus dem Topf nehmen, die Sahne zufügen und alles mit dem Mixstab pürieren. Den Rosenkohl wieder zur Suppe geben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Arbeitszeit: ca. 15 Min., wenn Du frischen Rosenkohl nimmst ca. 25 Min.
Kochzeit: ca. 20 Min.

1 EL Currypulver und etwas Chili geben der Suppe eine wunderbare asiatische Note