In meiner Sturm- und Drangzeit hatte ich mehrere Probleme. Die meisten davon konnte ich erfolgreich verdrängen und bin dabei mit wehenden Fahnen und mit Stolz geschwelter Brust untergegangen. Eins davon hat sich in einer Art physischen Leichtigkeit geäußert, da meine Taschen immer leer waren. Für meine Psyche fühlte sich das in der Regel gar nicht mal so gut an, aber ich hatte ein großartiges Umfeld, das mich in Notzeiten, die ich in der Regel an 29 von 30 Tagen im Monat durchlebt habe, mit allem Notwendigen zum Überleben versorgte.

Gut erinnere ich mich noch an die Hochzeit meines alten Freundes Lutze. Er war damals ein „Förderer“ von mir und zeigte sich mir gegenüber immer ganz besonders großzügig. Als er mit seiner Braut Antje aus der Kirche kam, da hat er nicht nur die kleinen Hosenscheißer mit einer großen Tüte Klimpergeld versorgt, auch ich würde großzügig mit ein paar 5-Mark-Stücken bedacht 😀 . Das wäre an dem Tag zwar nicht unbedingt notwendig gewesen, denn wir wurden wie Könige versorgt, aber für harte und trockene Zeiten habe ich diese Reserve sehr gerne in Anspruch genommen. Als Gegenleistung habe ich meine Wohnung angeboten und meine Gäste stets wie Könige versorgt. So wie das Glas weniger als halb voll war, wurde es von mir entsprechend nachgeschenkt und mit einer gehörigen Portion Eiswürfeln versehen. Wir hatten eben Stil, das steht absolut außer Frage!
Diese Hochzeit war übrigens eine der Partys, die ich bis heute nicht vergessen habe. Da hat wirklich jeder alles gegeben und sämtliche vorhandenen Talente in die Waagschale geworfen.

Wenn am Ersten des Monats mein karges Auszubildendengehalt auf mein von roten Zahlen übersätes Konto überwiesen wurde, habe ich immer karnevalistische Zeiten in meiner Heimatstadt ausgerufen. Nachdem ich meine offenen Rechnungen in den anliegenden Kneipen beglichen hatte, gab es immer ein opulentes Mahl in einem Imbiss mitten in der Einkaufszone. Und wenn ich mal so richtig auf den Putz kloppen wollte, dann bin ich zu einem der besten Bäcker der Stadt gegangen und habe mir entweder eine Platte Schokoladenkuchen oder Bienenstich mit dick Pudding drauf gegönnt. In der Auslage war auch oft mein Lieblingskuchen vertreten: Donauwellen 🙂 . Leider waren Donauwellen aber wesentlich teurer, deswegen habe ich mich meistens gegen diese Köstlichkeit entschieden. Heute läuft es in meinem Leben wesentlich runder ab und ich habe nicht mehr mit solchen Unwägbarkeiten zu kämpfen wie früher. Bei mir läuft es sogar so gut, dass ich vegane und glutenfreie Donauwellen völlig kostenlos serviert bekomme. Danke, liebe Frau Birdsen, deine Variante ist mindestens so lecker wie die aus meiner Jugendzeit 😉 .

Vegane und glutenfreie Donauwellen

Zutaten für ein Backblech:

Zutaten für die Crème:

    • 1 Packung Puddingpulver Vanille
    • 100g Kokosblütenzucker
    • 500ml Mandelmilch
    • 250g Margarine

Zutaten für den Guss:

    • 200g Zartbitterschokolade (52%)
    • 2 EL Sonnenblumenöl

 

Zubereitung Teig:
Leinsamen und Wasser in einer separaten Schüssel verrühren und quellen lassen. Margarine, gemahlene Vanille, Salz und Zucker in einer Rührschüssel mit dem Handrührgerät cremig rühren. Nun die aufgequollenen Leinsamen unterrühren und ordentlich vermischen. Anschließend Mehl und Backpulver mischen und unter die Masse rühren. 2/3 des Teiges auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen.
Den übrigen Teig mit Kakao und Pflanzenmilch verrühren und vorsichtig auf den hellen Teig streichen. Jetzt die abgetropftem Kirschen darauf verteilen, mit einem Löffel oder per Hand leicht in den Teig drücken und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa 30 Minuten backen.
Zubereitung Creme:
Aus Puddingpulver, Zucker und Mandelmilch nach Packungsanleitung einen Pudding zubereiten. Im Anschluss den Deckel auf den Topf und ab und zu beim Abkühlen umrühren (dann bekommt der Pudding keine Haut). Den Pudding (nicht im Kühlschrank) erkalten lassen. Weiche Margarine mit dem Mixer (Rührstäbe) oder per Hand mit dem Rührbesen geschmeidig rühren. Den erkalteten Pudding durchrühren und esslöffelweise unterrühren. Die erkaltete Kuchenboden gleichmäßig mit der Buttercreme bestreichen und den Kuchen etwa 2 Std. in den Kühlschrank stellen.
Zubereitung Guss:

Zartbitterschokolade grob zerkleinern und mit dem Öl bei schwacher Hitze unter Rühren im Topf schmelzen. Den Guss mit einem EL vorsichtig auf die fest gewordene Buttercreme streichen/ verteilen und wer mag mit Hilfe eines Tortengarnierkammes verzieren (ich spare mir das). Fertig 🙂

 

Arbeitszeit: ca. 50 Min.

Backzeit: ca. 30 Min.

Mit einem Schuss veganem Eierlikör kannst Du die Creme noch etwas „beschwipsen“ 😉