Wenn ich an Spanien denke, dann denke ich sofort an viele wunderschöne und berühmte Dinge. Sommer, Sonne, Strand, Meer, heißblütige und leidenschaftliche Liebhaber wie Don Juan, rassige Frauen und Paella. Aber wer war diese adlige Wüstling Don Juan denn überhaupt? Er wurde in Literatur, Musik und Bildender Kunst zu DEM Archetypen sexueller Ausschweifungen in der abendländisch-christlichen Kultur. Angeblich soll er sogar getötet haben und später dafür in die Hölle gefahren sein.
Ob er das nun tatsächlich verdient hat, das vermag ich nicht zu sagen. Außerdem habe ich echte Zweifel an dem Wahrheitsgehalt dieser Geschichte, da ich nicht daran glaube, dass es eine Hölle gibt. Man hat ihm sogar eine „psychische Störung“ gewidmet: Hypersexualität – das Don Juan Syndrom. Wobei sich das doch eher für mich wie eine Art moderne Ausrede für Typen anhört, die einfach noch nicht ihr wahres Glück gefunden haben.

„Ich liebe meine Frau über alles, aber ich muss leider an jeder Ecke mein Revier markieren. Dagegen kann ich aber nichts machen, weil ich das Don-Juan-Syndrom habe. Ich muss jetzt aber noch ganz schnell der neuen Nachbarin helfen, ihre Straßenbahn hat einen Platten. Bis später, Schatz!“

Hatte dieser Typ außer Fummeln noch mehr auf dem Kasten? Wäre es nicht mal längst an der Zeit, eine neue Geschichte eines spanischen Helden zu schreiben? Wie wäre es denn mit einem Don Juan, der die Frauen mit einem veganen Essen verzaubert und ihnen anschließend eine Passage aus „Der kleine Prinz“ vorliest? Jemand, der den Toreros in der Arena die Waffen wegnimmt und ihn stattdessen mit einem bunten Strauß aus saftigem Gras, frischem Klee und knackigen Gemüse besänftigt?

Es dürfte Dich nicht besonders verwundern, wenn ich Dir verrate, dass ich alle diese Fähigkeiten natürlich locker auf dem Kasten habe und ganz bequem im Vorbeigehen aus dem Ärmel schüttele. Ich wäre also sozusagen bereit, ein weiteres Stück Geschichte zu schreiben. Deswegen starten wir heute gleich mal mit einem liebevollen, tierleidfreien, super leckerem Gericht mit sehr viel Tradition, in das ich eine Unmenge an Leidenschaft als Zutat beigefügt habe: Vegane Paella.

Ist das jetzt eigentlich schlimm, dass ich das Gericht gar nicht selbst gekocht habe? Geklaut habe ich mir das Rezept von meiner diesjährigen Gastgeberin Jasmin im unserem veganen Urlaub in Spanien, wo wir uns ein Haus mit bezaubernden Schweinen, Hunden, Katzen und Schildkröten geteilt haben. Spanien kann so wunderschön und lecker sein 🙂 .

Beenden möchte ich diesen Artikel mit meinen ersten Spanischversuchen, die ich vor Jahren auf Mallorca gemacht habe. Auf ein „Muchas gracias!“ habe ich damals nämlich immer ein lockeres und fremdsprachensicheres „Grenada!“ entgegnet und konnte mich so eindrucksvoll von der Masse der Touristen abheben 😀 .

Für ca. 2-3 Portionen (1 gr. Pfanne)

Vegane Paella:

    • 1 Zwiebel
    • 2 Knoblauchzehen
    • 1 rote Paprikaschote
    • 1 grüne Paprikaschote
    • 2 Karotten in dünne Scheiben geschnitten
    • 3 EL Olivenöl
    • 200 g Risotto-Reis
    • 75 ml trockenen Weißwein (bei Bedarf zu ersetzen durch Gemüsebrühe)
    • 1 TL Kurkuma-Pulver (besser wäre 1/2 TL Safran-Fäden, die sind aber sehr teuer)
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 100 g Erbsen
    • 1 TL Paprikapulver
    • Salz & Pfeffer
    • nach Geschmack Chili
    • 1 geviertelte Zitrone zum Dekorieren

Paprika in Würfel schneiden, Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Paprika glasig anbraten. Nun den Reis unterrühren und mit dem Weißwein ablöschen und so lange köcheln lassen bis der Wein verkocht ist. Kurkuma mit unterrühren, die Brühe aufgießen und alles zusammen ca. 15 Min. köcheln lassen. Das restliche Gemüse zugeben und weitere 15 Min. köcheln lassen. Falls der Reis noch nicht gar sein sollte, dann gieß einfach noch etwas Gemüsebrühe dazu.

Zum Schluss das Paprikapulver und Chili zugeben und nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Abschließend mit der Zitrone dekorieren. Dazu passt ein frisches Baguette und Aioli.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.
Kochzeit: ca. 30 Min.

Grüne Bohnen, Brokkoli und schwarze Oliven passen auch sehr gut in die Paella