Als sich vor ein paar Jahren in der Altsteinzeit die beiden Berufsfelder der Jäger und Sammler etablierten, da war es sicher für die betroffenen Protagonisten bei der Wahl des Berufs noch wesentlich leichter als heute. Mich hat vor, während und nach der Schulzeit nie jemand gefragt, was ich denn mit Leidenschaft und Freude gerne bis zu meiner Rente machen möchte. Sicherheit musste die Arbeit bieten, damit ich mir jeden Tag was zu essen kaufen kann, mir ein Auto leiste, später mal ein Haus baue und solche Dinge. Aber wie war das eigentlich damals? War man Jäger UND Sammler? Oder konnte man in der Steinzeitschule wählen, ob man Jäger oder Sammler werden kann? Und was ist passiert, wenn man bei der Berufswahl komplett in die Schei… gegriffen hatte und plötzlich vom Jäger zum Sammler umschulen wollte, weil man in der Zwischenzeit Veganer wurde? Ging das überhaupt? Eins ist für mich jedenfalls sicher, denn es gab damals auch schon Veganer und die haben gesammelt bis die Heide gewackelt hat 😉

Ich bin übrigens beides: Jäger und Sammler. Als ich mich vor ein paar Tagen zu Hause mit lautem Getöse von meiner Sina und meinem Jungen verabschiedet hatte, da bin ich im kompletten Kampfanzug inklusive Kriegsbemalung und mit einem Schweizer Taschenmesser bis zur Halskrause bewaffnet in den Wald gefahren, weil ich Steinpilze erlegen wollte. Auf der Fahrt in den Wald habe ich schon einige Rezeptideen dafür im Kopf gehabt. So habe ich an mein Steinpilzrisotto gedacht, an mein Pilzgulasch oder einfach nur an gebratene Steinpilze auf frischem Brot oder Nudeln. Die hätte ich einfach nur in 2 Esslöffeln Kokosöl oder veganer Margarine mit einer klein gehackten Zwiebel angebraten. Dazu noch etwas Salz, Pfeffer und Petersilie und schon hätte mein kleines, reines Grasfresserherz noch ein Stückchen höher geschlagen.

Leider habe ich dieses Mal wohl die Rechnung ohne die Konkurrenz der anderen Pilzsammler gemacht, denn meine Beute fiel sehr mager aus. An diesem Tag habe ich nur eine, von Maden angekaute Marone und einen Butterpilz gefunden, der allerdings wunderschön war und aussah wie aus einem Bilderbuch. Aufgrund meiner leeren Körbe habe ich mich aber dazu entschieden, ihm die ewige Freiheit zu schenken. Und nun? Wie stehe ich denn jetzt zu Hause da? Zum Glück hat mir meine Leserin Corinna aus der Zwickmühle geholfen und eins ihrer Lieblingsgerichte auf meiner Facebook-Seite gepostet:

Überbackene und gefüllte Champignons mit Kartoffelstampf und Röstzwiebeln

Also Abmarsch zum Bioladen, schöne Champignons, oder auch in der Sprache meines Vaters „Schlampampignons“ genannt, ausgesucht und zu Hause so getan als wenn nichts passiert wäre.

„Was gibt es denn nun heute Schönes?“
Überbackene und gefüllte Champignons mit Kartoffelstampf und Röstzwiebeln. Was denn sonst!“
„HURRA!!!!“

Na läuft doch 😉 Ein großes Dankeschön nochmals an Dich, liebe Corinna.

  • Name: Corinna Müller
  • Wohnort: derzeit Singapur
  • Lieblingsrestaurant: Am liebsten gehe ich zu den vegetarischen foodstalls, da gibt es jeden Tag ca. 20 verschiedene gekochte Gemüse- Tofu-, Reis-, Nudel- und Seitangerichte. Auch sehr empfehlenswert: „Joie“-Restaurant in Singapur

Für ca. 2-3 Portionen

Gefüllte Champignons:

    • 12 mittelgroße, braune Champignons
    • 100g Cashewkerne (nicht die gerösteten und gesalzenen)
    • 1 TL getrockneten Basilikum oder 4, 5 frische Stile mit Blättern
    • 2 EL Soja-, Reis-, oder Hafersahne
    • 1 EL Limettensaft
    • 50ml Gemüsebrühe
    • 1/2 TL Salz
    • Pfeffer

Arbeitszeit: 20 Min.
Backzeit: 20 Min.

Zuerst die Cashewkerne für mindestens zwei Stunden in Wasser einweichen. Die Champignons putzen und die Stile vorsichtig entfernen. Die eingeweichten Cashekerne in einem Sieb abtropfen lassen. Nun alle Zutaten bis auf die Champignons in einen Zerkleinerer geben und mixen bis eine schöne, cremige Masse entstanden ist. Wenn Du kein Problem damit hast, dass die Masse etwas körnig ist, dann kannst Du Dir das Einweichen auch sparen und die Cashewkerne ohne vorher einzuweichen verarbeiten. Die Masse ggf. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann mit einem Teelöffel die Champignons befüllen.

Nun auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech die Pilze in die Mitte des Backofens ohne Vorheizen bei 180°C Ober-Unterhitze ca. 20 Minuten backen. Wenn die Pilze im Ofen sind, kannst Du den Kartoffelstampf und die Röstzwiebeln zubereiten.


Kartoffelstampf mit Röstzwiebeln

  • 1 Kilo geschälte Kartoffeln (am besten mehligkochende)
  • 300 ml ungesüßte Soja- oder Hafermilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • 1 große Zwiebel
  • 1-2 EL Kokosöl (anderes Öl zum Braten geht auch)

Arbeitszeit: ca. 10 Min.
Kochzeit: ca. 15 Min.

Die Kartoffeln in gesalzenes, kaltes Wasser geben, schön gar kochen und anschließend die Milch mit in den Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zu Püree verarbeiten. Dabei mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Du kannst die Kartoffeln auch vor dem Kochen schon in Würfel schneiden, dann verringert sich die Kochzeit.

Die Zwiebel schälen, in dünne Ringe schneiden und in einer Pfanne in heißem Öl braun anbraten.

Wenn Du Blumenkohl magst, dann mach ersetz doch mal ca. 1/3 der Kartoffeln durch gekochten Blumenkohl -> lecker 🙂