Meine ersten Gehversuche beim Kochen habe ich in meiner ersten Wohnung gestartet. Besser gesagt war es die Wohnung meines großen Bruders, die ich als Jungspund nutzen durfte, weil er im Ausland gewesen ist. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich mir eine Currywurst mit Ofen-Pommes machen wollte. Bis zum Erhitzen des Öls lief noch alles planmäßig, doch dann legte ich die Wurst in die Pfanne, die plötzlichen Blasen bildete, sehr künstlich roch und dazu qualmte. Das kann doch keiner ahnen, dass so ein Produkt auch noch in Plastikfolie eingewickelt wird. An dem Tag gab es also nur Pommes.

Später wollte ich mir dann mal Spiegeleier machen, aber ohne Öl oder Butter vorher in die Pfanne zu geben. An dem Tag gab es also angebrannte Rühreier…

Danach beschloss ich, dass ich meine Karriere als Koch erst mal besser auf Eis legen sollte. Schließlich gab es bei meinem sensationellen und besten Nachbarn aller Zeiten, Gerd, immer weißes Toastbrot mit Käse und genug Bier im Kühlschrank.

 

„Dass mal was anbrennt, gehört zum Leben, ist aber kein Grund, mit dem Kochen aufzuhören.“ – Lydia Nagel

 

1997 ging es dann aber richtig los. Mein damaliger Lieblingskollege Paco aus Neapel hatte mich in die Kunst der Bolognese eingeweiht. Das ging viel leichter als ich dachte und weil ich so stolz darauf war, dass ich diese Soße konnte, habe ich mir einen 10-Liter-Topf gekauft und einen ordentlichen Wintervorrat davon stets eingefroren. Die Soße von Paco mache ich heute übrigens immer noch in der veganen Variante. Hier findest Du das Rezept, die Soße ist ein Traum! Leider habe ich mich dann wieder zurückentwickelt und nur noch Tütensoßen angerührt und meistens Mett in dieses Konstrukt gemacht. Dazu gab es Nudeln und dann war das Thema erledigt.

Meinen zwischenzeitlichen Höhepunkt der Haute Cuisine habe ich dann vor ca. 7 – 8 Jahren erreicht, als ich für meine Frau gekocht habe. Zunächst habe ich sie mit dem zweiten Gericht, das ich damals auf Lager hatte, buchstäblich weich gekocht und im Sturm ihr Herz erobert. Ich habe ihr meine weltmeisterliche Currysuppe serviert, die ich heute auch noch gerne koche. Wir haben uns dann aber leider zu großen Fans von Aufläufen und Gratins entwickelt. Unser absolutes Lieblingsrezept war damals „Rigantoni al forno“. Das habe ich vor allem aus drei Komponenten hergestellt: Mett, Sahne und Käse.

Zu dieser Zeit bin ich nahezu täglich zum Supermarkt gefahren und habe Mett gekauft, denn mir war damals schon immer wichtig zu wissen, wo mein Fleisch herkommt 😉 Also habe ich das Mett angebraten, Tomatenmark untergerührt und jetzt schnall Dich an, dazu noch einen Becher Sahne und zwei Becher Schmelzkäsezubereitung der Soße untergejubelt. Oben drüber kamen dann noch 1 – 2 Tüten Gouda-Käse und dann war der Abend nach dem Essen gelaufen.

Was ist eigentlich Schmelzkäsezubereitung? Das hört sich schon so gefährlich an, als würde es in die Kategorie der B- oder C-Waffen fallen und ein Fall für den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sein. Wahrscheinlich wohl doch eher C, weil der natürliche Anteil von diesem Zeug bestimmt eher sehr gering ausfallen dürfte. Aber egal, halten wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten auf.

Als wir dann einige Jahre später Veganer geworden sind, da habe ich anfangs schon ein bisschen getrauert. Denn ich dachte, dass ich dieses Essen nie wieder auf meinen Teller bekommen würde. Aber mittlerweile habe ich in weltklasse Veganizer-Manier diesen Traum mit natürlichen Zutaten längst nachgebaut. Das ist soooooo lecker und demnach auch heute noch eins meiner Lieblingsgerichte 🙂 .

Das Rezept dazu habe ich übrigens aus meinem kostenlosen „Guide für angehende Superhelden und ein buntes Leben“. Dort findest Du neben sagenhaften Tipps zu den Themen „Love, Food & Rock ‘n‘ Roll“ auch noch einen großen Rezeptteil mit zum Teil noch unveröffentlichten Gerichten.

Für eine große Auflaufform

  • 500g (glutenfreie) Rigatoni oder andere Nudeln
  • 6 EL Tomatenmark
  • 1 EL Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100g Erbsen
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 300 ml Sahne (Soja oder Hafer)
  • 1 – 2 Portionen Hefeschmelz
  • 1 TL Paprikapulver
  • Salz & Pfeffer

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und klein hacken, das Öl in einem Topf erhitzen und beides zusammen glasig anbraten. In der Zwischenzeit schon mal die Nudeln nach Packungsanleitung al dente kochen.

Das Tomatenmark mit unterrühren und anrösten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, die Sahne eingießen und kurz aufkochen lassen. Nun die Soße 10 Min. bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dann die Erbsen zufügen und weitere 10 Min. köcheln lassen. Mit dem Paprikapulver würzen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln  in eine Auflaufform geben, die Soße drüber gießen und gut verteilen. Oben drauf den Hefeschmelz  verteilen. Wer mehr Schmelz haben möchte, sollte gleich die doppelte Menge draufgeben. Nun in den Ofen bei 180°C Ober-/ Unterhitze auf die mittlere Schiene stellen und so lange überbacken, bis der Schmelz schön braun ist. Ich heize den Ofen bei diesem Gericht nicht vor und lasse die Form ca. 20 – 30 Min. drin.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.

Wenn es mal ganz schnell gehen muss, dann kannst Du die Soße natürlich auch einfach nur so zu den gekochten Nudeln essen