Seit gut einem Jahr ist mein Sohn mittlerweile verheiratet. Ich finde seine Frau nach wie vor bezaubernd und ich habe bei ihr auch das Gefühl, dass sie es ernst mit ihm meint und ihn glücklich machen möchte. Erst vor wenigen Tagen hat sie ihm eine Muschel geschenkt auf der sie ihren Namen und den ihres Ehemannes geschrieben hat. Klingt kitschig? Finde ich nicht. Wenn ich mit meiner Frau am Meer bin, dann male ich auch immer ein Herz in den Sand und schreibe dort ihren Namen rein. Bis jetzt hatte ich immer den Eindruck, dass sie sich darüber jedes Mal sehr gefreut hat  🙂 .

Mein Junge hatte schon immer mehr ein Auge auf ältere Frauen geworfen. An erster Stelle verteilt er seine Liebe natürlich an seine wundervolle Mama und seine beiden Omas, dann erst kommt seine Ehefrau. Sie ist übrigens schon 6 und wird in diesem Sommer eingeschult. Ich bin mir sicher, dass er von ihren Erfahrungen profitieren wird, die sie dann dort machen wird, da er noch ein Jahr Zeit hat bis er in die Schule kommt. Selbstverständlich bleibt auch für mich noch genug von seiner Liebe übrig, die er großzügig verteilt.

„Papo ist der beste Koch!“

Ganz besonders viel Aufmerksamkeit erhalte ich, wenn es etwas zu essen gibt. Gefühlt hat der Kleine den ganzen Tag Hunger. Deswegen ziehe ich den Hut immer öfter vor den Frauen und Männern, die gleich mehrere Kinder großziehen. Den Höhepunkt seiner Aufmerksamkeit erringt dann stets der letzte Gang: der Nachtisch.
Ging vorher eigentlich schon nichts mehr rein, so ist hinterher oft noch Platz für 2, 3 Portionen selbstgemachtes Eis, Waffeln, Obstsalat oder sonstiges Zeug, was das Kind eines Grasfressers so serviert bekommt.

„Für Dich und Deinen Bruder könnten wir uns auch zwei Schweine halten!“

Das hat mein Vater früher sehr oft zu uns gesagt. Erst jetzt habe ich genau verstanden, was er damals immer damit gemeint hat…

Seit einigen Wochen fokussiert mein Sohn sich aber immer mehr auf eine Frau, die ich schon sehr lange kenne: Frau Birdsen. Wenn ich ihm vor dem Essen sagte, dass ich Kuchen von Frau Birdsen zum Nachtisch habe, dann wurden im Vorfeld Ausreden erfunden, wieso es ihm heute unmöglich wäre, den Hauptgang zu sich zu nehmen und er gleich das Dessert serviert haben möchte. Deswegen habe ich meine Taktik seitdem geändert und kündige ihre Kreationen erst ganz zum Schluss an. Sage ich ihm, dass es heute Kuchen gibt, dann reißt er die Augen ganz weit auf, atmet tiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeef ein und sagt:

„VON BIRTE?“

Wenn ich diese Frage bejahe, dann dreht er auf seinem Stuhl fast durch.

So war es dieses Mal auch als ich ihm die glutenfreie Schokotorte mit frischen Himbeeren aufgetischt habe, in Italien auch als der Klassiker „Torta al cioccolato e mandorle – glutenfrei“ bekannt 😉 . Mit dem Namen kannst Du natürlich nochmal richtig auf den Putz kloppen, wenn Deine Gäste am Tisch älter als 5 Jahre alt sind.

„Was gibt es denn heute zum Dessert, lieber Peffe?“
„Torta al cioccolato e mandorle – natürlich vegan und glutenfrei!“

Wenn Deine Gäste das hören, dann spreizen sie automatisch schon mal den kleinen Finger ab und kommen sich vor als würden sie bei den oberen Zehntausend schlemmen und wenn sie an meinem Tisch sitzen, dann ist das ja auch so 😆 .

Torta al cioccolato e mandorle

Für den Kuchen (Rezept ist für eine mit Backpapier ausgelegte Springform mit 23cm Durchmesser):

    • 150g Zartbitterschokolade
    • 4EL Leinsamen + 8EL Wasser
    • 4EL AgarAgar + 4EL Wasser
    • 100g Rohrzucker (wer mag kann ihn vorher im Mixer mahlen, dann löst sich der Zucker besser auf)
    • 100g vegane Margarine (z. B. Alsan)
    • 100g gemahlene Mandeln
    • 50g gehackte Mandeln
    • 1 Packung Backpulver
    • 100ml Portwein
    • 300g Himbeeren
    • 2EL Himbeerfruchtaufstrich
    • 1EL Puderzucker

Den Ofen auf 130 Grad (Umluft) vorheizen. Leinsamen mit Wasser mischen und quellen lassen, ebenso das AgarAgar mit dem Wasser mischen und mit einem Schneebesen aufschlagen. Schokolade grob hacken und mit der Margarine in einem Topf langsam bei niedriger Temperatur schmelzen lassen. Gleichzeitig den (gemahlen) Zucker mit den aufgequollenen Leinsamen cremig schlagen. Die Mandeln mit dem Backpulver mischen. Zusammen mit dem geschmolzenen Schokoladenmargarinemix, dem Portwein und dem AgarAgarmix zur Masse dazugeben und verrühren.

Nun den Teig in die vorbereitete Form füllen und etwa 50 Minuten im vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von unten backen und abkühlen lassen. Kuchen aus der Form lösen und mit Himbeeren belegen.
Fruchtaufstrich verrühren und in einen kleinen Gefrierbeutel füllen, kleine Spitze abschneiden und den Fruchtaufstrich streifenförmig über die Himbeeren verteilen.

Kurz vor dem Servieren den Puderzucker mit Hilfe eines Siebes auf den Kuchen streuen und fertig ist das gute Stück 🙂 .

Die Idee zu dem Kuchen stammt aus einem Rezept der Zeitschrift „essen & trinken – Spezial“ aus 03/2014.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.

Backzeit: ca. 50 Min.

Wenn Du den Kuchen zuckerarm machen möchtest, kannst Du den
(Rohr-)Zucker auch durch Birkenzucker ersetzen