Feiertage laufen heute für mich etwas anders ab als früher. Ich wäre vor einigen Jahren nicht im Traum darauf gekommen, dass ich zu Ostern veganen und glutenfreien Möhrenkuchen essen würde. Aber dazu später mehr.

Nachdem ich flügge wurde, hatten Feiertage in meinem Leben vom Ablauf gesehen immer ein sehr ähnliches Muster. Erst ging es zu meinen Eltern mittags zum Essen. Die kleine Küche in meinem Elternhaus war gnadenlos überfüllt mit Töpfen, Tellern und anderen Kochutensilien. Es machte auf mich immer den Eindruck als würde bei uns gleich das gesamte Wohnviertel bekocht werden. Dabei waren wir am Tisch meistens nur 4 oder 5 Personen. Aber gut, bei der Familie Stahl gehört auch immer eine ordentliche Portion Show und ein gewisses Maß an Übertreibung mit dazu. Das soll jetzt aber die Fähigkeiten meiner Mutter am Herd nicht schmälern. Sie ist eine klassisch deutsche, gutbürgerliche Köchin, die jetzt ein wenig ihre Probleme damit hat, sich auf meine neue Lebensweise einzustellen.

„Aus Fehlern wird man klug. Mensch, muss ich gescheit werden.“

Das sagte einst Hermann Lahm. Nun bin ich tatsächlich der Meinung, dass jeder Mensch sich dann am meisten entwickelt, wenn er Fehler macht und daraus lernt. Denn wenn Du Deine eigenen Fehler und die der anderen erkennst, dann wirst Du sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft vermeiden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie beispielsweise den wohl großartigsten Querdenker und Philosophen aller Zeiten aus Springfield: Homer Simpson.

Manche Erfahrungen musste ich auch einige hundert Male machen, bis ich dann das Problem erkannt habe. Ich habe mich beispielsweise jedes Jahr aufs Neue so dermaßen überfressen, dass ich danach erst mal für mehrere Stunden in die stabile Seitenlage musste. Das hatte dann zur Folge, dass ich ein paar weitere Stunden brauchte bis ich richtig in Fahrt kam. Denn meine Jungs und ich haben uns im Laufe des Tages für gewöhnlich noch getroffen, damit wir auf das Leben anstoßen können. Wir benötigten dafür unsere gesamte Kraft und an Einsatz hat es uns sowieso nicht gemangelt. Dabei hatten wir aber immer großen Spaß, so behaupteten das jedenfalls die meisten von uns. Denn wir mussten am Tag danach oft noch sämtliche Protagonisten anrufen und nachfragen, was denn alles so passiert ist am Tag davor. Oft scheiterte das aber schon an der Erstellung der genauen Teilnehmerliste. Heute nennt man das glaube ich networken. Kennst Du das auch, wenn Du Dir plötzlich die Frage stellen musst:

„Was? Der war auch da?“

So hat jeder sein persönliches Erlebnis, an das er sich noch erinnern konnte, als Puzzleteil beigesteuert und so dazu beigetragen, dass für uns alle die Nacht im Nachhinein nicht nur physisch erlebbar wurde. Nach solchen langen Wochenenden brauchte ich für gewöhnlich ein paar Tage bis ich mich wieder sortiert hatte und alle Körperteile wieder dort waren, wo sie ungefähr hingehörten.

Und wie sieht es nun heute aus, wenn wir kurz vor einem Feiertag stehen? Dieses Jahr haben Frau Birdsen (die ungekrönte Königin der veganen und glutenfreien Backkunst) und ich uns Gedanken gemacht, womit wir Dich denn zu Ostern 2017 erfreuen könnten. Dabei hat sie einen veganen und glutenfreien Möhrenkuchen gebacken. Ist das nicht großartig?

Der Hase auf dem Foto gehört übrigens ihrer bezaubernden Tochter Cäthe. Sie hat ihn uns großmütig für das Shooting zur Verfügung gestellt. Dazu werde ich an einem der Ostertage wie an jedem anderen Tag auch morgens grüne Smoothies machen. Später gibt es dann noch irgendwas anderes Gesundes und abends koche ich für die Familie und trinke dabei alkoholfreies Bier mit meinem Schwiegervater. Das ist Rock ‚n‘ Roll in Reinkultur, hier werden die Fetzen fliegen ;-).  Die anderen Tage werde ich mit meiner Frau und meinem kleinen Rocker verbringen und in jedem Moment das Leben genießen. Dabei schmieden wir Pläne für die Zukunft und sprechen ganz viel über unsere Träume und Wünsche.

Früher hätte ich nie gedacht, dass sich das so gut anfühlen kann 🙂 .

Möhrenkuchen

Für den Kuchen (Rezept ist für eine mit Backpapier ausgelegte Springform mit 18cm Durchmesser):

    • 150g Rohrzucker (wer mag kann ihn vorher im Mixer mahlen, dann löst sich der Zucker besser auf)
    • 150g vegane Margarine (z. B. Alsan)
    • 3EL Sojamehl mit 5EL Wasser vermischen (*)
    • 3EL AgarAgar mit 3EL Wasser aufschlagen (*)
    • 1 Bio-Orange (Schale und Saft)
    • 75g glutenfreies Mehl (*)
    • 3TL Backpulver (*)
    • 75g gemahlene Mandeln
    • 75g gehackte Walnüsse
    • 1 TL Zimt
    • 1 Prise Nelken (*)
    • 1 Prise Muskatnuss (*)
    • 1 Prise gemahlener Ingwer
    • 150g geraspelte Möhren
    • 2 TL gehackte Pistazien

Für den Guss:

  • Ca. 5EL Puderzucker
  • Saft einer halben Zitrone

Den Ofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Die Margarine und den Zucker „schaumig“ schlagen. Sojamehl-Wasser-Mix hinzugeben, dann die Schale und den Saft einer halben Orange unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und unterheben, anschließend die gemahlenen Mandeln, die gehackten Walnüsse, die Gewürze und die geraspelten Möhren dazugeben und alles gründlich vermengen. Zum Schluss wird noch der Agar-Agar-Mix unter den Teig gehoben.

Nun den Teig in die vorbereitete Form füllen und etwa 50 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis der Kuchen goldbraun und aufgegangen ist. Nach dem Backen den Kuchen 10 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und abkühlen lassen.

Den Puderzucker mit dem Saft der halben Zitrone glattrühren und auf dem abgekühlten Kuchen verteilen. Bevor der Guss antrocknet wird noch schnell die restlichen Orangenschale mit den 2 TL Pistazien vermischt und auf dem Kuchen verteilt – Fertig ✅.

Die Idee zu dem Kuchen stammt von einem Rezept von Jamie Oliver.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.

Backzeit: ca. 50 Min.

Wenn Du den Kuchen zuckerarm machen möchtest, kannst Du den
(Rohr-)Zucker auch durch Birkenzucker ersetzen

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