Mein kleiner Rocker ist letztens 5 Jahre alt geworden und nun mittlerweile seit fast einem Jahr ein glücklicher Ehemann, denn meines Wissens nach sind er und seine bezaubernde Gattin immer noch verheiratet. Ich habe ihm damals zur Feier des Tages Hochzeitssuppe gemacht und zum Dessert wären Schoko-Muffins mit Mangokern sicher standesgemäß gewesen, aber ich war damals zu überrascht ob der kurzfristig angesetzten Feierlichkeiten und kam nicht mehr zum Backen.

Ja, auch unser Jubelpaar ist schon durch die ein oder andere kleine Krise gegangen, aber ihre Beziehung ist dennoch, oder gerade deswegen, nach wie vor sehr stabil. Wenn ich ihn in den Kindergarten bringe, dann gibt es zur Begrüßung schon mal eine wilde Knutscherei. Ich kann mich glücklich schätzen, dass Fünfjährige in der Regel noch nicht rauchen, denn ansonsten könnte man meinen Jungen im Einsatz beim Nahkampf schon für den Humphrey Bogart des 21. Jahrhunderts halten. Er geht ran mit der Coolness eines Filmstars und der Lässigkeit eines Cowboys, das imponiert den Frauen natürlich sehr. Er weiß also schon in jungen Jahren, wo der Frosch die Locken hat. Mein großartiger Einfluss hinterlässt schon deutliche Spuren in seinem noch so jungen Leben. Etwas irritiert hatte mich dann doch letztens sein Wunsch, den er mir gegenüber äußerte. Wenn er erwachsen ist, dann möchte er auf keinen Fall eine Frau haben und weiterhin bei uns wohnen bleiben. Dazu hat er sich dann auch angeboten, die Küche zu übernehmen.

„Papo, Du musst dann nicht mehr zu für uns kochen, das übernehme ich dann.“
„Das klingt super. Was gibt es denn dann Schönes?“
„Nudeln, Nudelsuppe, Spaghettisuppe und Kartoffelsuppe.“

Gut, dachte ich mir. Wenn wir die nächsten 15 Jahre trotz unserer Mangelernährung überleben werden, dann werden wir wohl spätestens dann an Skorbut erkranken und mit Winnetou zusammen in die Ewigen Jagdgründe eingehen. Dennoch stellt sich für mich nun die Frage, wie er das seiner Frau erklären möchte, dass er seine ferne Zukunft offenbar ohne sie plant. Es ist schon möglich, dass er nach so einem Geständnis ordentlich in der Bredouille steckt. Doch wie ich seine Prinzessin kenne, wird sie mit Franzosen kein Problem haben, sie ist ein cleveres und sehr weltoffenes Mädchen.

Seine Schwiegermutter würden wir dann aber sicher vermissen, falls er sich doch eines Tages gegen ein gemeinsames Leben mit seiner jetzigen Frau entscheiden sollte. Als mein Junge letztens bei seiner großen Liebe zu Hause war und dort ein Schäferstündchen mit ihr hatte, zeigte seine Schwiegermutter plötzlich ihr ganzes Können in der Küche. Sie hat die wohl besten veganen Muffins gebacken, die ich jemals gegessen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob er sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst wäre, niemals wieder in den Genuss dieser Muffins zu kommen. Um auch für die Zukunft abgesichert zu sein, habe ich ihr das Rezept abgeschwatzt, es für Dich hier online gestellt und für die nächsten Jahre gesichert. Man weiß ja nie, was mal alles passieren wird.

Für ca. 12-15 Schoko-Muffins mit Mangokern

Zutaten: 

  • 2 EL Sojamehl + 4 EL Mineralwasser als Ei-Ersatz (von Anna Laoutoumai findest Du hier einen tollen Artikel, wie Du Eier vegan ersetzen kannst)
  • 250 g Soja Joghurt (Natur)
  • 115 ml Sonnenblumenöl
  • Saft einer Bio-Limette
  • 175 g Mehl (für die Muffins wurden 50/50 Dinkel- und Mandelmehl genommen, das kannst Du aber variieren)
  • 100 g Süße – alternativ: (Rohr-)zucker
  • 1 Vanilleschote (das Mark -alternativ: 1/2 TL Vanillepulver)
  • 35 g Backkakao
  • 1 Pr. Salz
  • 1/2 TL Natron
  • 80 g dunkle Schokotropfen zum Backen
  • 1 reife Mango
  • 1 TL Puderzucker

Backofen zum Vorheizen einschalten auf 170 Grad Umluft. Zuerst die „nassen“ Zutaten gründlich miteinander verrühren, dann nach und nach die „trockenen Zutaten“ zufügen. Nachdem alles gut verrührt ist, den Teig so in die Förmchen füllen, dass diese zu 3/4 gefüllt sind.

Die gefüllten Förmchen kommen nun für 20 Minuten in den sehr gut vorgeheizten Backofen. Sie sind perfekt gebacken, wenn sie auf eine Berührung mit dem Finger leicht nachgeben und dann wieder „zurückspringen“.

Zum Auskühlen die Muffins in der Form beiseite stellen. In der Zwischenzeit die Mango schneiden, schälen und pürieren. Wenn die Muffins ausgekühlt sind, mit einem Apfelausstecher einen Teil in der Mitte herausstechen (Achtung, nicht durch den ganzen Muffin stechen!), den ausgehöhlten Teig nicht einfach verputzen, sondern direkt neben den jeweiligen Muffin legen. Nun das Mangopüree in einen Gefrierbeutel füllen, eine kleine Ecke des Beutels abschneiden und das Püree vorsichtig in die Muffins füllen – die Löcher sollten etwa zu 3/4 gefüllt sein. Nun direkt wieder den ausgehöhlten Teig in das gefüllte Loch des jeweiligen Muffins stecken.

Mit etwas Puderzucker bestäuben, genießen und lächeln 😋😉.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.
Backzeit: ca. 20 Min.

Statt Mango kannst Du auch Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen langsam zu einem Sirup einkochen lassen und diesen nach dem Abkühlen als Füllung verwenden.