Aktuell habe ich gerade eine asiatische Phase. Ich weiß nicht, ob das der Einfluss von meiner Supporterin Corinna ist, die in Singapur lebt. Eventuell liegt es auch daran, dass mein Backengel Alicja und ihr Mann Sascha ihre Hochzeitsreise nach Thailand gemacht haben. Es kann aber auch sein, dass die enge mentale Verbindung zum Dalai Lama mich dazu treibt. Sei es wie es sei, ich wollte auf jeden Fall auch mal wieder mit meinen Händen künstlerisch aktiv sein und da war dieser sagenhafte Sushi-Burger für mich genau die richtige Wahl. Du kennst das mit solchen Phasen sicher auch. Früher als Kind habe ich beispielweise gerne mit Cowboys und Indianern gespielt und die Indianer ausnahmslos gewinnen lassen. Diese Phase dauert im Grunde bis heute an, denn auch heute bin ich eine Art Robin Hood des 21. Jahrhunderts. In meiner Funktion als Superheld stehe ich ein für die Schwachen und Unterdrückten und spüle mit meiner unnachahmlichen zarten Art jeden Bösewicht so weich, dass er danach heulend und um Vergebung flehend um eine neue Chance bittet. Natürlich zeige ich mich auch hier mildtätig und weise ihm den richtigen Weg. Du siehst also, dass ich nach wie vor hart am Weltfrieden arbeite und mich auf einem sehr guten Weg befinde.

Als Teenager hatte ich dann eine revolutionäre Phase, die ich gerne zur Schau stellte. Mein alter Kumpel und ich haben uns die Turnschuhe bunt angemalt und auf meinem Aktenkoffer, den ich für die Schule hatte, stand in großen weißen Buchstaben der Name meiner damaligen Lieblingsband „THE CULT“. Die richtigen Schulbücher hatte ich deswegen dennoch meistens nicht dabei, weil in dem Ding einfach zu wenig Platz war. Aber aus meiner Sicht sah es verdammt cool aus. Dazu hatten wir noch eine wirklich verdammt enge Jeanshosen an. Sie waren so eng, dass wir morgens vor der Schule locker eine Stunde früher aufstehen mussten und uns Zentimeter um Zentimeter in sie hineingeschält haben. Wir sind darin breitbeinig gegangen wie Cowboys, die eine Woche ohne Pause durch die Prärie geritten sind. Abends mussten unsere Mütter dann oft die Feuerwehr rufen, die uns dann aus der Hose geschnitten hat. Ich kann jetzt wirklich nicht behaupten, dass diese Hose sehr praktisch war, aber auf jeden Fall extrem cool. Selbstverständlich saßen wir im Bus auch immer hinten, wie sich das für Jungs der besonders coolen Garde gehörte.

In diesen Jahren hatte ich dann meine stabilste Phase: die Party-Phase. Sie dauert ungefähr 30 Jahre an, also sozusagen bis zum heutigen Tag. Nur definiere ich für mich Party heute anders, denn für mich ist nun jeder neue Tag ein Grund ausgiebig zu feiern. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an eine Zeit bei meinem alten Kumpel Heiko K., in Fachkreisen auch unter dem Decknamen „Abedin“ bekannt. Sein Vater war sozusagen der Boss eines gesamten Sportplatzes inklusive Vereinsheim. Als unverbrauchter, zarter, unschuldiger und vollkommen reiner Bengel habe ich dort meine größten sportlichen Erfolge als Leichtathlet gefeiert. Einige Jahre später fanden dort nur noch Wettbewerbe an den Wochenenden im einarmigen Reißen mit Bierdosen statt. Aber auch hier war ich ein gefürchteter Athlet, jedoch insgesamt betrachtet nur wenig erfolgreich, vor allem langfristig gesehen…

An einem ganz besonderen Wochenende auf dem Sportplatz kam ich am nächsten Tag verwundet, schwer angeschlagen, durchgefeiert, aber dennoch sehr zufrieden nach Hause. Ich hatte meinen Schlafsack unter dem Arm, sah auf dem Kopf aus wie ein kranker Maulwurf, wie mein Vater immer zu sagen pflegte, und hatte mehrere Löcher in der Hose. Als ich gerade die letzten Meter vor der Haustür meines Elternhauses war, da sah mich ein Nachbar erstaunt an. Es war der Vater von Susanne Klickerklacker, so nannten wir sie immer. Sie ist eines dieser tollen, immer netten und auch noch sehr hübschen Mädchen gewesen, die sich gerne um uns kleinere Jungs gekümmert hatte. Er stellte mir folgende Frage:

„Peffe, wie siehst Du denn aus? Kommst Du gerade aus Vietnam?“

Und wo liegt Vietnam? In Asien. So schließt sich also der Kreis 🙂

Sushi-Burger

Curry-Nuss-Sauce:

•    200g Sojajoghurt
•    1 Zehe Knoblauch klein gehackt
•    1 TL Paprikapulver
•    2 EL Olivenöl
•    1 TL Zitronensaft
•    20g Tomatenmark
•    ½ TL Currypulver
•    ½ TL Salz
•    20g Nussmus (*) – ich nehme gerne Erdnuss, es geht aber auch anderes – es ist auch kein Drama, wenn Du es komplett weglässt, aber es gibt dem Dip natürlich eine besondere Note –

Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und mit einem Stabmixer verquirlen.

Arbeitszeit: 5-7 Minuten


Avocado-Joghurt-Dip:

•    1 reife Avocado
•    2 EL Sojajoghurt
•    1 EL Zitronensaft
•    ¼ TL Kreuzkümmel
•    Salz & Pfeffer

Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und ebenfalls mit einem Stabmixer verquirlen.

Arbeitszeit: 3-5 Minuten


Für den Belag:

•    4 Kräuterseitlinge oder große Champignons
•    1 EL Kokosöl
•    1 TL Xucker oder ein anderes Süßungsmittel
•    1 EL Sojasoße

Die Pilze putzen und der Länge nach in zwei Teile teilen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die Pilze von beiden Seiten ca. jeweils 2 Minuten in der Sojasoße anbraten. Dazu während des Bratvorgangs ein wenig süßen. Ich habe bei meinem Burger noch eine halbe Paprika, ein Stück weißen Rettich und 4 Salatblätter „verbaut“. Das kannst Du natürlich beliebig variieren.


Für die Pattys (der Reis reicht für 4 Hälften, also für 2 Burger):

150g weißen Risottoreis in leicht gesalzenem Wasser kochen. Wenn der Reis gar ist, teilst Du ihn in ungefähr 4 gleiche Portionen auf und drückst ihn ganz fest in kleine Schüsseln oder Schalen. Anschließend ungefähr eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Wenn der Reis kalt ist, dann kannst Du ihn aus der Schale stürzen. Ich musste an den Rändern mit einem Küchenmesser etwas nachhelfen, aber dann klappte es super. Zudem lässt sich der Reis super formen, falls er doch nicht ganz in der gewünschten Form aus der Schale kam.
Nun mit allem belegen und den Soßen und Dips die Hälften bestreichen. Zum Schluss noch mit schwarzem Sesam (*) garnieren und dieses Geschoss ist fertig. Es sieht nach viel Aufwand aus, ist es aber gar nicht. Wenn Du den Burger als Vorspeise servierst, dann reicht das schon fast aus. Das Ding macht sehr satt. Wir haben ihn mit Messer und Gabel gegessen, das ist einfacher und auch sicher kleckerfreier 😉

Die Idee zu dem Burger hatte ich schon lange, nachdem ich vor einigen Monaten ein Video von PETA dazu gesehen hatte. Als ich dann noch dieses wunderbare Exemplar von Tanja auf ihrem wunderschönen Blog ihana.eu gesehen hatte, da war es um mich geschehen :). Schau Dich auf Tanja’s Blog mal um, ihre Kreationen und die Fotos dazu sind einfach großartig!

Richtig cool kommt auch noch etwas Wasabipaste, wenn Du sie
unter den Avocado-Joghurt-Dip rührst

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