Gestern war der große Tag von meinem Back-Engel Alicja und ihrem Mann Sascha, sie haben nach 16 Jahren Beziehung geheiratet. Wir waren etwas spät dran, weil meine zauberhafte Frau das Geschenk zu Hause vergessen hatte, nachdem wir schon auf dem Weg zu Frau Birdsen waren. Hier sollten wir einige Kuchen mitnehmen, die sie auf Wunsch von Alicja für die Hochzeit gebacken hatte. Natürlich war auch der Sieger des PETA-Backwettbewerbs von 2016 mit am Start: ihr legendärer Schokokuchen Death by chocolate.

Nachdem mir Frau Birdsen zu jedem Kuchen noch die passende Lebensgeschichte erzählte und eine individuelle Pflege- und Massageanleitung für Ihre jeweiligen Backwerke mit auf den Weg gab, konnte es dann endlich losgehen. Am liebsten hätte sie ihre wunderbaren Kreationen wohl zu Fuß nach Edemissen getragen, damit sie auch bloß heil und gesund ankommen. Ihr Mann Marc hingegen war wie gewohnt tiefenentspannt und hatte eine Herzschlagfrequenz von maximal 30 Schlägen pro Minute. Ich mag diese Ruhe und Souveränität, die er ausstrahlt. Er ist ein wahrer Meister darin, ganz locker und entspannt durch die Hose zu atmen. Wenn ich wieder einmal Kuchentaxi für Frau Birdsen spielen soll, dann werde ich lieber einen Gefahrguttransporter mieten, der nicht schneller als 3 Km/h fahren darf. Das spart mir Zeit und ihr einige Sorgen. Aber so ist es nun mal, wenn man etwas ganz besonders liebt, das man tut. Sie liebt ihre Kuchen fast so wie ihre eigenen Kinder und wir lieben ihre glutenfreien und veganen Zaubereien. Das schmeckt man natürlich auch.

Danke, liebe Frau Birdsen 🙂

Dass Alicja und Sascha ihre Macken haben, habe ich Dir in meinem Artikel über Alicja’s veganen Mohnkuchen mit Streuseln bereits erläutert. Sie haben aber vor allem eins gemeinsam: sie wirken wie zwei frisch Verliebte, die sich gerade erst kennengelernt haben und sie sahen beide richtig toll aus. Wenn Du sie dabei beobachtest, wie sie miteinander umgehen und sich ansehen, dann spürst Du sehr schnell, dass da echte Liebe im Spiel ist und Routine und Langeweile keine große Rolle spielen. Ihr seid wirklich ein wunderschönes Paar.

Alicja und Sascha ernähren sich komplett vegan und bestehen sozusagen aus purem Gras. Es würde mich nicht wundern, wenn ihre Freudentränen, die während der Trauungszeremonie reichlich geflossen sind, aus echtem norddeutschem Quellwasser gewesen sind. Gefeiert wurde dann anschließend im Fachwerksaal der FESTWERK Unter den Eichen GmbH in Uetze. Schon bei der Parkplatzsuche habe ich gemerkt, dass ich dort gut aufgehoben sein werde. Denn es gab in unmittelbarer Nähe etliche Pferde, die auf den Weiden grasten. So wäre ich im Notfall einfach in die nächstliegende Koppel gesprungen und hätte mich höchstpersönlich zum Fressfeind Nr. 1 der Gäule ernannt. Natürlich hätte ich ihnen nur das Futter, aber niemals ihr Leben geklaut, das dürfte eigentlich jedem klar sein.

Die Sorge war jedoch absolut unbegründet, denn in dem großartigen Fachwerksaal stand es auch schon: das rein vegane Buffet, das Kalinarisch Catering aus Braunschweig kreiert hat. Die Mama von Alicja hat noch Hummus und leckeres Pesto in mehreren Variationen gemacht und der Veganizer Peffe hat seinen legendären Pesto-Nudelsalat beigesteuert.
Es war für mich ein ganz besonders erhebendes Gefühl, dass ich aus dem vollen Angebot schöpfen konnte und niemanden fragen musste, was ich essen kann und was nicht.

Es gab u.a. Fenchel-Möhren-Suppe, Pesto in allen Farben und Variationen, Brokkoli-Blätterteig-Muffins, Haferbratlinge, Gemüsepfanne, Soja-Geschnetzeltes, Gnocchi, gefüllte Blätterteigschnecken, Kartoffelsalat, Himbeer-Tiramisu mit Espressoboden, Vanillemilchreis mit Erdbeerpüree, Mangopüree auf Kokoscreme und Schokomousse.

Kennst Du das Bild, wenn sich ein Hund ganz zufrieden auf dem Rücken räkelt und dabei alle 4 Pfoten in die Luft streckt? So ähnlich habe ich mich in diesem Moment gefühlt.

Nach dem Essen konnte ich dann genüsslich mit meinem Freund und Fotografen Robert mit einem frisch gezapften 0,1-Liter Glas Bier anstoßen. Das war mit Abstand das niedlichste Bier, das ich jemals getrunken habe.

Zu späterer Stunde haben sich dann die meisten Gäste an der Theke oder auf der Tanzfläche eingefunden. So haben mein alter und langjähriger Kumpel Duke, in Fachkreisen auch unter dem Decknamen „Mad Ernie“ bekannt, es nochmal richtig krachen lassen. Auch er war bei der Feier mit seiner Frau und seiner überaus bezaubernden Tochter zu Gast. Er hat sich eins dieser sensationellen 0,1-Liter-Gläser gegönnt und für mich gab es ein alkoholfreies Weizenbier. Das war Rock’n‘ Roll in Reinkultur. Wir waren kurz davor, den gesamten Saal in Schutt und Asche zu legen, haben aber aus Rücksicht auf die Partygemeinde davon Abstand genommen.
A propos Schutt und Asche… Ich habe davon gehört, dass die freiwillige Feuerwehr aus dem Dorf auch noch zu ihrem Einsatz gekommen sein soll. Sascha und Alicja haben auf der Tanzfläche derartig die Sohlen qualmen lassen, dass die Rauchmelder in dem Festsaal Alarm geschlagen haben sollen.

Am Ende des Tages bin ich dann mit meiner wunderbaren Frau wieder nach Hause gefahren und wir waren rundum glücklich und zufrieden. Am glücklichsten wirkte auf mich neben dem Brautpaar an diesem Abend die Oma von Sascha. Sie hat mit ihren fast 90 Jahren den Abend sehr genossen, wie sie es selbst sagte. Ihre Zufriedenheit und ihre Ausstrahlung haben mich total berührt.

Liebe Alicja, lieber Sascha! Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr so glücklich und zufrieden bleibt, wie Ihr es jetzt seid. Danke für den wunderschönen Tag.