Ich habe nicht immer so locker durch die Hose geatmet wie heute. Als kleiner Junge gehörte ich nicht unbedingt zu den Coolsten meiner Zunft. Ja, ich war wohl ziemlich niedlich, aber was gibt es Schlimmeres für einen heranwachsenden Burschen, als immer nur der süße Kerl mit den blonden Locken zu sein? Dazu kam noch das Problem, dass ich ziemlich schmächtig war. Das lag aber eher daran, dass ich zu Hause meistens nur die Beilagen gegessen habe. Fleisch war schon zu dieser Zeit nicht so meins. Na gut…Geflügel habe ich schon sehr gerne auf dem Teller gehabt, aber wenn mein Vater sein borstiges und schwabbeliges Eisbein gegessen hat, dann wäre ich immer am liebsten unter den Küchentisch gekrabbelt und nie wieder ans Tageslicht gekommen. Dennoch hat er schon früh für mich die Weichen gestellt, dass aus mir doch noch ein echter Cowboy wurde, der anderen Bösewichten das Fürchten lehrte und mit seiner puren Anwesenheit die ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzte.
Er weckte in mir das Interesse an echten Wildwestfilmen. Zu meiner Zeit gab es nur 5 Sender im Fernsehen (inklusive DDR1 und DDR2) und von dem Programm hing immer mein Samstagabend ab. Leider waren meine Eltern große Freunde der Volksmusik und wenn solchen Straßenfeger wie „Lustige Musikanten“ mit Caroline Reiber und Elmar Gunsch oder „Im Krug zum grünen Kranze“ moderiert von Ruth Mönch und Willy Seiler liefen, dann hatte ich ganz schlechte Karten und mir blieb nur die Flucht in mein Kinderzimmer.

An einen Samstagabend erinnere ich mich aber heute noch ziemlich gut. Mein Vater hatte mir im Laufe des Tages schon angekündigt, dass wir heute Abend wieder zusammen Party machen würden. Die Party bestand in der Regel aus drei Inhalten:

1. 2 Cola-Rum für meinen Vater
2. eine Portion Kartoffelchips für mich, die ich immer in einer Holzschale serviert bekam
3. ein Fernsehprogramm, das wir beide mochten, und mit dem auch meine Mutter zufrieden war

Für mich war der Samstag also gerettet, denn es gab den absoluten Klassiker „Zwei glorreiche Halunken“ von Sergio Leone mit Clint Eastwood, Lee van Cleef und Eli Wallach. Sie sind auf der Suche nach einer prall gefüllten Kriegskasse, die ein Mann namens Bill Carson versteckt hatte.
Ich liebe diesen Film bis heute und ich werde ihn immer lieben, da bin ich mir sicher. Das liegt nicht nur an der überragenden Filmmusik von Ennio Morricone, sondern für mich in erster Linie an den großartigen Dialogen zwischen dem Blonden (Clint Eastwood) und dem legendären Tuco, überragend gespielt von Eli Wallach. Einfach göttlich, wie mein langjähriger Kumpel Didi immer zu sagen pflegt. Es ist sicher kein Zufall, dass Quentin Tarantino diesen Italo-Western als seinen Lieblingsfilm bezeichnet. Und natürlich spielt für mich auch immer die Erinnerung an meinen tollen Vater dabei eine Rolle. Deswegen gibt es heute eine Suppe, die sicher jedem Cowboy dieser Welt, und auch meinem Vater, gerecht werden würde:

Feuertopf mit Kidneybohnen

Die Idee dafür habe ich bei chefkoch.de gefunden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Cowboys aus dem Wilden Westen ihre Suppe auch stilecht aus so tollen Schalen geschlürft hätten, wie Du sie auf meinem Foto sehen kannst. Diese Schalen, und diverse andere Artikel, kannst Du bei meinem Kumpel, Nachbarn und Kollegen Gero bekommen. Er ist Miteigentümer der Online-Shops teezeit.de. Hier geht es lang zu den Gesichter-Schalen.
Da er mir die beiden Schalen geschenkt hat, deklariere ich diesen Blogartikel lieber als „Anzeige“. Zudem ist zu erwarten, dass ich Silvester noch das ein oder andere Getränk für meine treuen Dienste erhalte 😉 Ich werde jetzt erst mal mein Pferd satteln und die Stadt unsicher machen.

Lieber Gero…dass ich aus Deinen Schalen ein echtes Utensil für Cowboys mache, hättest Du sicher auch nicht erwartet. Stell schon mal die Getränke kalt 🙂 !

Für ca. 6 Portionen Suppe:

  • 1 Kg Kartoffeln
  • 2 kl. Gläser Kidney-Bohnen à 240g
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1,25l Gemüsebrühe
  • 1 EL Öl
  • 1 EL Curry
  • 1 TL Paprika
  • 1 TL Senf
  • Muskat, Salz, Pfeffer, Kräuter (z. Bsp. Petersilie o. Schnittlauch) und Schärfe (z. Bsp. Chilipulver) nach Geschmack

Bohnen in einem Sieb waschen, Zwiebeln und Knoblauch hacken, Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen, Curry anrösten und die Zwiebeln zusammen mit dem Knoblauch und den Kartoffelwürfeln anbraten, mit der Brühe ablöschen und kurz aufkochen.
Die Hitze reduzieren und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Wenn die Kartoffeln noch etwas Biss haben, die Suppe mit dem Pürierstab fein pürieren. Wer die Suppe etwas flüssiger mag, kann noch nach Bedarf Gemüsebrühe hinzufügen. Ca. 5 Minuten vor Schluss die Bohnen hinzufügen und mit Senf, Paprika, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken, mit Chilipulver schärfen und Kräutern garnieren.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.
Kochzeit: ca. 15 Min.

 

Ich verwende zu solchen Gerichten auch gerne Rauchsalz,
um der Suppe ein rauchiges Aroma zu geben