Ich bin es schon von klein auf gewohnt, bejubelt zu werden. Als Kind liebten mich vor allem Omas und Tanten, weil ich so schöne blonde und gelockte Haare hatte. Es gab aber auch durchaus jüngere weibliche Fans. Ich erinnere mich noch sehr gerne daran, wie ich während eines Kinder- und Jugendzeltlagers in Lenste an der Ostsee als kleiner Steppke von zwei ziemlich scharfen Blondinen aus dem „Großen Mädchen-Zelt“ abends immer ins Bett gebracht wurde. Ganz besonders wundere ich mich gerade darüber, dass ich dort überhaupt hingefahren bin in meinem zarten Alter. Meine Eltern mussten zu Hause im Flur immer das Licht brennen, und meine Kinderzimmertür einen Spalt geöffnet lassen, damit ich mir nicht vor Angst in die Hosen machte, wenn ich allein in meinem Bettchen lag. Meines Wissens nach ging das ungefähr so lange, bis ich 21 war und von zu Hause ausgezogen bin…, aber lassen wir das jetzt lieber.

Später waren es meine Lehrerinnen und Lehrer, weil ihnen aus Verzweiflung gar nichts anderes übrig geblieben ist. Nach meiner Schulzeit meine Kolleginnen und Kollegen, weil es für alle Beteiligten ein Hochgenuss gewesen ist, mit mir Zeit verbringen zu dürfen. Der Hype um meine Person ging dann aber nochmal in die Höhe, als ich mich entschied Blogger zu werden. Menschen standen mit Spruchbändern wie:

„Ich will ein ethisch korrektes Kind von Dir“
„Schenk mir Deine Laufschuhe“
„Grasfresser dieser Stadt, vereinige Dich mit mir“

vor unser Wohnung, befestigten sie an Straßenlaternen oder Bäumen. Auf dem Gleisbett der Straßenbahn wird seitdem wild gecampt und wenn ich morgens die Wohnungstür verlasse, brandet lauter Jubel auf. Oft bildet sich bis zum Bürgerpark, wo ich morgens laufen gehe, ein Spalier aus Menschen oder ich werde bis zu meiner Strecke getragen, obwohl das natürlich meine Laufzeiten verfälscht. Nachmittags, wenn ich nach Hause komme, wird mir ein Parkplatz frei gehalten und das Treppenhaus wurde auch schon gefegt. Meine NachbarInnen haben sich an den Trubel gewöhnt und meiner Frau werden von meinen Fans die Tüten bis vor die Haustür getragen. Man kann also sagen, dass es ganz gut läuft.

Doch am 08. November dieses Jahres drehte sich der Wind aus einer Richtung plötzlich. Als ich auf meinem sagenhaften Blog mein noch sagenhafteres Rosenkohl-Curry präsentierte, bildete sich eine Anti-Rosenkohl-Front, die mir von nun an das Leben schwer machte. Mein Curry wurde wüst beschimpft, der unschuldige Rosenkohl durch den Kakao gezogen, und meine überragenden Kochkünste in Frage gestellt. Man bewarf unsere Fenster mit faulen Strünken und hängte Transparente auf.

„Du findest keine Freunde mit Rosenkohl“
„Kreuzblütler raus aus Europa“
„Rosenkohl – der Mief, der Frauen provoziert“

Ach, was juckt es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt, dachte ich mir in diesen Momenten. Ich lasse mir meine Liebe zu diesem wunderbaren Gemüse nicht verderben. Ich stehe auch bei Sturm und Wetter frei, fest und unerschütterlich zu mir und meinem Rosenkohl und werde nicht einen Zentimeter von meinem Standpunkt weichen. Ich lasse mich nicht einschüchtern, Freunde! Mit mir könnt Ihr das nicht machen, mit mir nicht! Ich stehe immer zu dem, was ich tue und ziehe mein Ding durch bis zum letzten Atemzug.

Damit sich der Sturm wieder beruhigt, werde ich Dir heute ein ganz besonderes Rezept schenken. Ich hoffe, dass sich der wütende Mob mit etwas Süßem eher beruhigen lässt und dann wächst hoffentlich bald wieder Gras über die ganze Angelegenheit. Schließlich will ich keinen Ärger bekommen und werde mich so lange in meinem Schützengraben zu Hause verschanzen, bis die Luft wieder rein ist. Da kommt mir das erste Rezept von meinem blonden Engel Nina gerade recht, weil ich mich darauf ganz besonders gefreut habe. Wer bei so einer Frau und so einem tollen Kuchen meckert, den bewerfe ich persönlich mit Rosenkohl 😉

Tataaaaaaaaaaaaaaa….hier ist Nina’s Kirsch-Nuss-Kuchen!!!

Zutaten für eine 26er Tarteform:

Backofen auf 180°C (Ober-Unterhitze) vorheizen. Alle Zutaten bis auf die Kirschen und den Puderzucker in einer Schüssel vermischen bis ein glatter Teig entsteht. Kirschen abtropfen lassen und untermengen. Teig in eine 26er Springform geben und für 45-50 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben. Der Kuchen sollte leicht gebräunt sein, evtl. nochmal mit einem Holzstäbchen testen, ob der Teig nicht am Stäbchen klebt. Den fertigen Kuchen auf einem Rost auskühlen lassen, aus der Springform lösen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.
Backzeit: ca. 45-50 Min.

Einen Schlag Kokossahne oben drauf und das Glück ist perfekt 🙂

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