Im September 2015 hat in der Danziger Str. 16 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg das „Rawtastic“ seine Pforten geöffnet. Es handelt sich hierbei um das erste roh-vegane Restaurant in Berlin überhaupt. Ich selbst habe noch nie ein ähnliches Restaurant besucht und war daher sehr gespannt, was uns bei dem Inhaber Simon Francis erwarten würde.

Von außen wirkt das „Rawtastic“ wie eines dieser typischen Restaurants aus Berlin, in das man einfach gerne mal reingehen möchte. Ein schlichtes, aber sehr einladendes Schild an der Außenwand und innen wirkt die Einrichtung eher minimalistisch, vielleicht sogar etwas kühl, aber dennoch durch die Farbkombination der Tische und der schönen grünen Mooswand sehr einladend. Wir haben uns dort sofort wohl gefühlt, wurden von Simon und seinen Ladies, die dort arbeiten, ganz freundlich begrüßt und zu unserem Tisch gebracht.

Vorab gab es erst mal eine Weißweinschorle und ein helles Bier der Berliner Marke „BRLO“. Der Begriff BRLO ist alt-slawischen Ursprungs und bedeutet schlicht und einfach Berlin 🙂
BRLO ist noch ganz junge Marke, die Craft-Bier braut und von jeder verkauften Flasche einen gewissen Betrag an soziale Einrichtungen spendet.

Einen Backofen, einen Herd oder gar eine Mikrowelle wirst Du in der Küche des „Rawtastic“ vergeblich suchen, denn roh-vegane Speisen werden nicht über 42°C erhitzt, damit keine Nährstoffe verloren gehen. Eine rohköstliche Ernährung bietet die gesamte Vielfalt an Vitaminen, Mineralien, Proteinen, Enzymen usw.

Oft bekommt man schon als Veganer die Frage gestellt, was man denn dann überhaupt noch essen kann. Was mag man denn in einem roh-veganen Restaurant serviert bekommen? Radieschen auf selbstgemachtem Knäckebrot? Vielleicht ein Pesto und dazu ein paar Gemüsesticks? Oder einfach nur Salat?
Weit gefehlt, denn ein Blick in die Speisekarte hat uns fast umgehauen. Man könnte den ganzen Tag im „Rawtastic“ verbringen und würde zu jeder Tageszeit etwas Passendes zu essen und zu trinken bekommen. Die Karte wechselt regelmäßig und wird immer mit neuen wunderbaren Kreationen versehen. Es gibt zahlreiche Bowls, frische Säfte und Smoothies, tolle Salatvariationen, Appetizer, Snacks und Hauptgerichte, die einem vor Freude schon beim Lesen die Schuhe ausziehen.

Wir saßen zunächst staunend vor der Auswahl an unglaublich lecker klingenden Speisen und konnten uns überhaupt nicht entscheiden. Genau für diesen Fall haben Simon und seine Crew aber das passende Gericht kreiert:
„Teste das Beste“ nennt es sich und es beinhaltet eine Auswahl von 5 roh-veganen Zaubereien, die auf der Karte zu finden sind.
Du kennst das sicherlich auch, wenn Du mit einer Frau essen gehst. Erst überlegt sie ganz lange und am Ende ist es völlig egal, für was sie sich entscheidet. Denn nachdem Euer Essen serviert wurde, wühlt immer wieder eine Gabel auf Deinem Teller rum, weil das Essen Deinem Gegenüber plötzlich besser gefällt als das eigene. Genau das kannst Du mit „Teste das Beste“ wunderbar umgehen 😉
Bei uns hat das jedenfalls wunderbar funktioniert, denn meine Frau hat sich für die Variante entschieden und ich bekam die Lasagne serviert. Marinierte Zucchini gefüllt mit Nusskäse, Pesto und Tomaten-Walnuss-Ragout, dazu ein knackiger Salat.
Es sah nicht nur überragend aus, es war auch ein absoluter Hochgenuss. Das gilt auch für die Auswahl, die meine Frau serviert bekommen hatte. Das Menü wird so liebevoll und einladend angerichtet, dass man beim Essen schon fast ein schlechtes Gewissen bekam, weil man dieses kleine Kunstwerk zerlegen musste.

Es war geschmacklich ein absolutes Erlebnis und zudem auch optisch eine Augenweide. Dazu kommt noch das wunderbare Gefühl, dass man sich etwas richtig Gutes tut bei so vielen tollen und gesunden Zutaten.

Internationaler Hauptstadtflair gepaart mit einem großartigen und gesunden Essen, dazu kann ich nur sagen:

Rawlicious – Rawesome – Rawtastic!!!