Kennst Du auch solche Menschen, die jubeln und Party machen, wenn ihr Herzblatt nicht zu Hause ist? Oder solche Typen, die einmal im Jahr für 5 Tage mit ihrem Kaninchenzüchter-Verein ohne Partner zum Ballermann fliegen, sich

„Alkohol löst keine Probleme, aber das tut Mandel-Milch ja auch nicht“

auf einfarbige T-Shirts drucken, und saufen bis die Schwarte kracht? Das sind übrigens oft Leute, die sich darüber aufregen, wenn sich „Ausländer“ nicht vernünftig in Deutschland benehmen und sich anpassen sollen, aber wäre jetzt wieder ein völlig anderes Thema 😉

Wenn ich mal an der Theke einer Kneipe oder im Stadion sitze, dann höre ich auch immer wieder dieses Wehklagen, dass „die Olle“ zu Hause ist und man froh wäre, wenn der Urlaub endlich wieder vorbei ist und man bei der Arbeit seine Ruhe hat.

Ich bin gerade Strohwitwer, weil meine Frau mit dem Kleinen und den Schwiegereltern ans Meer gefahren ist. Ja, und ich gebe zu, dass ich mich darauf gefreut habe. Endlich mal wieder ein paar Tage Ruhe, endlich mal wieder laut Musik hören, wie ein 18jähriger durch die Gegend hüpfen und endlich mal wieder nur das tun, wozu ich Lust habe.
Am ersten Tag war das auch richtig gut. Ich habe ein paar schöne Dinge für meinen Blog gemacht, weil das jubelnde Volk, das da draußen unter unserem Balkon täglich auf mich wartet, schließlich auch unterhalten werden muss 🙂 Außerdem macht mir das einen wahnsinnigen Spaß. Ich bin dann ganz spontan mit meinem Freund Nici ( Ja, das ist der Freak mit der Kürbissuppe, die er mittlerweile auch erfolgreich gekocht hat 😀 ) und dem Tornaldo zum Abschlusstraining meiner Eintracht vor dem Niedersachsen-Derby gefahren. Ein wunderbarer und kulturreicher Ausflug, bei dem buchstäblich die Luft gebrannt hat.
Später wurde zu Hause die Musik mal wieder richtig aufgedreht. Es gab ordentliche, elektronische Musik aus meiner großen Zeit in den 90ern, bis über Marilyn Manson und den Sleaford Mods. Man kann sagen, dass es anständig gerappelt hat in der Bude.

Am nächsten Tag dann Derbyzeit mit meinem alten Kumpel Duke und abends wieder Musik für echte Feinschmecker und Schöngeister. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir jetzt nach drei Tagen „Freiheit“ dann doch etwas zu ruhig geworden ist. Wer hätte gedacht, dass mir der zum Teil wasserfallartige Redefluss meiner Frau so schnell fehlen würde!

„Papa, Du kannst gerne zu uns kommen. Wir wohnen in Boltenhagen im 2. Stock. Ich vermisse Dich!“

Und als dann auch noch diese Sprachnachricht von meinem Sohn kam, da habe ich mich zum ersten Mal nach einem Gedankenaustausch über Ritterburgen, Legosteine und Stofftier-Krankheiten zurückgesehnt.

Aber einen großen Vorteil hat es für mich, wenn ich allein zu Hause bin. Meine beiden Schnuckis mögen nämlich keinen Rosenkohl, ich hingehen liebe dieses Zeug und würde mich da sogar drin suhlen wie ein Hund, wenn er sich vor Freude auf dem Rücken räkelt und dabei die Pfoten in die Luft streckt.
Deswegen nutze ich jetzt die Gunst der Stunde und werde meinen Kummer in einem guten Pfund Rosenkohl-Curry ertränken. Sex, Drugs and Rosenkohl! Mahlzeit!

Für 4 Portionen:

Zwiebeln und Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden, Rosenkohl putzen und entstrunken (oder TK nehmen), Banane schälen und in Scheiben schneiden.
Öl in einer hohen Pfanne erhitzen, Zwiebeln glasig anbraten, Tomatenmark, Curry und Kurkuma unterrühren und anrösten. Nun das Ganze mit Mehl bestäuben, alles umrühren  und mit der Kokosmilch ablöschen, Brühe zufügen. Die Kartoffeln und den Rosenkohl dazugeben, den Deckel auf die Pfanne drauf und alles kurz aufkochen lassen, dann auf mittlere Hitze reduzieren und für ca. 10 – 15 Min. köcheln lassen. Banane (oder Ananas) zugeben und weitere 5 – 10 Min. köcheln lassen. Zum Schluss den Zitronensaft unterrühren und mit Salz und Chilipulver abschmecken. Die Banane sollte am Ende so gut wie verkocht und wer den Rosenkohl nicht bissfest sondern ganz zart haben möchte, lässt das Gericht ein bisschen länger auf dem Herd.

Dazu passt sehr gut Reis oder Quinoa, man kann es aber auch wunderbar einfach nur so essen.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.

Kochzeit: ca. 20-25 Min.

 

Wer Früchte nicht so gerne in deftigem Essen mag, kann die Banane auch weglassen

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