Während unseres Urlaubs in Tirol, hatten wir keine zwingenden Gründe, unser wunderbares Bio-Hotel Grafenast auf dem Hochpillberg zu verlassen. Da an einem Tag das Wetter nicht ganz so gut war, und ich Sehnsucht nach meinem geliebten Brandenberg in Tirol hatte, entschlossen wir uns dorthin auf den Weg zu machen.
Als wir dann angekommen waren, haben wir uns spontan dazu entschlossen, dass wir unseren Urlaub verlängern und in Brandenberg noch 4 Übernachtungen beim Ascherwirt verbringen möchten. Auf der Rückfahrt sind wir dann noch nach Innsbruck gefahren, weil ich in Erinnerung hatte, dass diese Stadt wunderschön ist. Meine Erinnerungen haben mich nicht getrübt, denn Innsbruck ist wirklich eine Reise wert. Das Goldene Dachl, der imposante Inn, der direkt durch die Stadt fließt, die traumhafte Architektur der Altstadt, die schönen Museen, Kirchen und Gärten, das macht die Stadt zu etwas ganz Besonderem. Man fühlt sich in eine längst vergangene Zeit versetzt.

Auf unserem Bummel durch die Stadt fiel uns ein Restaurant mit dem Namen „Cammerlander“ auf, denn draußen an der Wand hing neben den anderen Speisenangeboten eine Tafel mit dem Hinweis:

„100% vegan & hausgemacht“

Darauf standen zwei Gerichte, die sich sehr verlockend anhörten. Ich bin dann zügig zum Auto, um meine Fotoausrüstung zu holen. Zu meinem Bedauern habe ich mich jedoch verlaufen (Orientierung war noch nie meine Stärke). Ich war dann aber ganz besonders schlau, habe im Handy alle Daten bei googlemaps eingegeben und bin mit stolzgeschwellter Brust losmarschiert. Dummerweise hatte ich die Streckenführung nicht auf Fußgänger eingestellt, sondern bin den Weg zurückgegangen, den man mit dem Auto fahren würde und es gibt in Innsbruck eine Menge Einbahnstraßen und Sackgassen… Nach ca. 45 Minuten Fußweg, einem Paar durchgelaufenen Turnschuhen, einem Wadenkrampf, locker 2 Liter vergossenem Schweiß und qualmenden Socken kam ich dann endlich an und wurde von den Angestellten erst mal in ein Sauerstoffzelt gelegt. Nachdem mein Motor wieder lief, haben wir dann die Bestellung aufgegeben.

Der Kellner überraschte uns damit, dass es sogar noch vegane Suppen geben würde, von denen wir dann auch gleich eine bestellt haben. Wir haben uns für eine Wantan-Ramensuppe mit Sobanudeln, Wasserkastanien, Jungzwiebeln, Spinat, Staudensellerie und Paprika entschieden.
Die Suppe war richtig klasse. Sehr würzig, knackiges Gemüse, sogar Sprossen, dazu zwei Schalen mit Ingwer und Reiswein. Die Teigtaschen in der Suppe waren super kross und ganz lecker. Der Auftakt war also schon mal richtig gut, solche Suppen liebe ich.

Auf der Tageskarte standen dann noch die Gerichte Macam Packer und Tajin. Macam Packer ist eine Art Gulasch aus Bio-Seitan mit Gurken-Paprika-Salsa, Pico de gallo (mexikanische Salsa), Wasabi-Sprossen und Chimichurri (argentinische Kräutersoße). Obwohl sich das sehr appetitlich anhörte, haben wir uns für Tajin entschieden. Das war ein Gericht mit hausgemachten Falafel, Koriandergemüse, Couscous und orientalischer Tomatensoße. Das Essen wurde dekorativ serviert, war sehr würzig abgeschmeckt, die Falafal schmeckten klasse, und auch das Gemüse war schön frisch und knackig.

Bei schönem Wetter kann man zudem auch noch direkt am Inn sitzen und den Ausblick genießen, allein das großartige Panorama von hier aus ist das Geld schon wert gewesen. Dazu noch ein richtig tolles Essen, ein schönes Weißbier und der Tag war wieder mein Freund. Auf der Speisekarte des Cammerlander sind noch weitere vegane Gerichte zu finden, wirf doch mal einen Blick drauf!

Innsbruck ist also auch für Veganer eine Stadt, die man in vollen Zügen genießen kann. Schön war’s!