„Wir lagen vor Madagaskar
Und hatten die Pest an Bord
In den Kesseln, da faulte das Wasser
Und täglich ging einer über Bord
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!“

Als Alicja mit ihrem Jamaika-Kuchen um die Ecke geschossen kam, da musste ich gleich an meinen Vater und seine Seemannslieder denken. Er ist zwar nicht am Wasser geboren, war aber ein Sangesbruder von Kindesbeinen an und viele Jahre Mitglied in einem Shanty-Chor. Ja, und er hat auch gerne mal einen braunen Rum getrunken, so wie die echten Seemänner es der Legende nach auch immer getan haben. Für eine Sache bin ich ihm ganz besonders dankbar. Er hat mich schon ganz früh gelehrt, dass man Respekt vor Tieren und der Natur haben muss. Na klar, auch bei uns gab es Fleisch auf dem Teller und auch wir haben das damals für ganz normal gehalten, dass manche Tiere gehegt und gepflegt, manche aber eben für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden.
Er hat mich mit den Wald genommen und mir dort Wildkräuter und Pilze gezeigt, die man essen kann. Er hat mir gezeigt, wie ich mit getrockneten Baumschwämmen (er nannte sie immer „Pinkelschwämme“) Mücken fernhalten kann, falls ich draußen übernachten sollte. Und er hat mir gezeigt, dass man mit sämtlichen Ressourcen schonend umgehen sollte.

Wir haben im Spätherbst nach unterernährten Igeln gesucht und sie über den Winter gebracht. Jungvögel, die aus Nestern gefallen waren und um die sich die Eltern nicht mehr kümmerten, hat er groß gezogen. Spinnen nicht getötet und frei gelassen, obwohl sie von den lauten Schreien meiner Mutter eigentlich mindestens ins Koma hätten fallen müssen, wenn sie eine der Wohnung entdeckte. Er hat im Garten kein Gift gestreut oder Schnecken zerschnitten, für ihn hatte jedes Wesen draußen in der Natur seine Daseinsberechtigung.

„Was machst Du als Veganer eigentlich, wenn Du auf einer einsamen Insel strandest? Würdest Du dann auch keine Tiere essen?“

Bei diesem rhetorischen Schmankerl kommt sich der Fragesteller in der Regel ganz besonders schlau vor und denkt sich dann wahrscheinlich:

„Jetzt habe ich ihn, diesen besserwisserischen Grasfresser! Jetzt habe diesen militanten Extremisten , wo ich ihn immer haben wollte.“

Nun bin ich in meinem Leben schon oft gestrandet, allerdings noch nie auf einer einsamen Insel. Sollte aber doch irgendwann mal dieser absolut wahrscheinliche Fall eintreten, dann kann ich heute mit Stolz geschwellter Brust und Fug und Recht behaupten, dass ich dafür absolut gerüstet bin. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich länger überleben als die meisten anderen Gestrandeten, die plötzlich falsch abgebogen, mit den falschen Leuten mitgegangen sind, oder einfach nur mal ganz blöd verlaufen haben und sich auf einer dieser ominösen einsamen Inseln wieder fanden. Das habe ich meinem wunderbaren Vater zu verdanken 🙂

Sichern sich eigentlich Weltraumforscher auch dagegen ab, dass sie eventuell mal von dreibeinigen Außerirdischen mit einer Propeller-Schirmmütze entführt werden? Was passiert bloß mit einem Rennfahrer, wenn ihm plötzlich kurz vor dem Rennen ein Yeti die Vergaser-Innenbeleuchtung klaut? Und was macht ein Fleischesser, wenn er auf einer einsamen Insel strandet, auf der keine Tiere leben und es dort nur Pflanzen gibt? Das Leben ist schon nicht so einfach, aber man sollte sich auf jede Situation besser gut vorbereiten. Man kann ja nie wissen…

Zutaten für eine 28er Springform:

Kokosmasse:

Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben, mit einem Handrührer verquirlen und beiseite stellen

Schokoteig (neues Gefäß):

Dann die folgenden 4 Zutaten vorher miteinander vermischen, zum Teig zugeben und alles miteinander verrühren

  • 200g Mehl
  • 110g Kokosmehl (*)
  • 2EL Kartoffelstärke
  • 1EL Pfeilwurzelstärke, lt. Recherche bei google kann man es auch durch normale Stärke, Johannisbrotkernmehl oder Bindobin ersetzen, ausprobiert haben wir das aber noch nicht (*)

Die Zutaten für den Schokoteig in eine große Schüssel geben und mit einem Rührgerät zu einer eine homogenen Masse verarbeiten. In eine gefettete Springform die Hälfte des Schokoteigs einfüllen und glatt streichen. Die Kokosmasse draufgeben und fest andrücken. Den restlichen Schokoteig auf die Kokosmasse geben und wieder schön glatt streichen. Im vorgeheiten Backofen bei 175°C Ober-Unterhitze ca. 45 Min. backen.

Deko / Überguss:

  • 120g vegane Zartbitter-Schokolade (in kleine Stücke gehackt)
  • 1EL Kokosöl
  • ca. 50g Kokosflocken / Kokosraspeln

Die Schokolade und das Kokosöl schmelzen und verrühren, den Kuchen damit bepinseln und mit Kokosflocken bestreuen.

Arbeitszeit: ca. 30 Min.
Backzeit: ca. 45 Min.

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Geschmacklich und als Deko passen getrocknete Ananas-Scheiben gut zu dem Kuchen

Die Anregung für dieses Rezept stammt aus dem Buch TierfreiSchnauze – Backe backe Kuchen… (*)

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