Ich war letztens zum Grillen eingeladen. Das kommt nicht mehr so oft vor, weil viele Leute wohl etwas Angst davor haben, was sie für einen Veganer vorbereiten sollen. Dabei gibt es einfachste Gerichte, wie zum Beispiel Gemüsespieße oder Nudelsalat, über die sich jeder Veganer freuen würde, und natürlich gibt es auch noch den sagenhaften „Peffe, der Veganizer“, der bis jetzt noch dem größten Kochmuffel gezeigt hat, wie einfach vegane Köstlichkeiten sind 😉 .

Am besten bringt man einfach selbst was mit, dann ist es für alle Beteiligten völlig stressfrei. Ich habe mir Tofuwürstchen und Kartoffelsalat mitgebracht und den Gastgeber darum gebeten, die Sachen lautlos irgendwo zu platzieren, weil ich einfach nur ein Bier trinken und etwas dummes Zeug quasseln wollte. Das hat auch zunächst sehr gut geklappt. Niemand wusste, dass der Kartoffelsalat vegan war, alle mochten ihn und jeder hatte sich lieb. Dann rief plötzlich der Grillmeister:
„Möchte noch jemand eine vegane Wurst?“ Das einzig Gute an dieser Frage war, dass er nicht „veganische“ Wurst gesagt hatte…
Plötzlich schauten etliche Menschen verwirrt umher. „Oh Gott! Vegane Wurst? Wer isst denn sowas?“
Die ersten flachen Witze, die ich in den letzten Jahren alle schon mindestens 75.000x gehört hatte, ließen nicht lange auf sich warten und irgendwann hat ein Gast mich als den Hauptverdächtigen ausgemacht.

„Bist Du etwa der Veganer?“
„Ja!“
„Alter..das geht ja gar nicht. Und dann isst Du vegane Wurst?“
„Warum denn nicht?“
„Ich verstehe das nicht. Wenn ihr schon kein Fleisch essen wollt, wieso müsst ihr es dann nachbauen?“
„Du, das Schwein steht auch nicht als Bratwurst in seinem Kastenstand im Stall. Mir hat Fleisch früher geschmeckt, das war nicht das Problem, aber jetzt esse ich etwas Pflanzliches, das mir mindestens genauso gut schmeckt. In erster Linie möchte ich aber nicht unterstützen, dass ein Tier ein schlechtes Leben hat und am Ende umgebracht wird, nur damit ich ein Geschmackserlebnis habe. Außerdem hat sich die Form einfach bewährt. Wäre doch blöd, wenn ich jetzt aus der Wurst einen Würfel bauen müsste.“
„Veganer essen aber meinem Essen das Essen weg.“
„Ich sehe schon, dass Du ein echter Komiker bist. Den Witz kannte ich noch gar nicht… Aber Spaß beiseite, mach Dir darum keine Sorgen. Masttiere erhalten in erster Linie genmanipuliertes Soja und Tiermehl zu fressen, Gemüse bekommen sie erst dann zu sehen, wenn sie als Schnitzel auf Deinem Teller liegen. Die Sojaprodukte für den menschlichen Verzehr werden übrigens für uns fast ausschließlich in Europa angebaut, natürlich ohne Gentechnik.“
„Für mich ist das trotzdem nichts. Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen, vegan zu leben ist doch völlig unnatürlich.“
„Ach so. Dann legst Du also Wert darauf, dass man sich als Mensch natürlich zu verhalten hat. Das finde ich grundsätzlich gut, nur müssten wir dann auch noch in einer Höhle leben. Du isst Dein Fleisch gebraten und dazu noch mit Besteck, hast ein Handy in der Hosentasche, trägst Klamotten, Schuhe, eine Uhr, fliegst wahrscheinlich ab und zu in den Urlaub, wohnst in einer Wohnung, isst Lebensmittel mit Zusatzstoffen, die völlig unnatürlich sind, usw. usw. Der Mensch ist heute weit davon entfernt, sich noch natürlich zu verhalten. Meine Lebensmittel hingegen sind weitestgehend vollkommen natürlich.“
„Aber dafür bekommst Du nicht alle Nährstoffe, die man zum Leben braucht.“
„Welcher ominöse Nährstoff ist denn in Fleisch, den es in Pflanzen nicht gibt?“
„B12 zum Beispiel!“
„Vitamin B12 wird bei der Mast dem Futter zugesetzt. Du bekommst es also über Umwege durch den Verzehr von Fleisch. Zudem ist dieses Vitamin sehr hitzeempfindlich und nach dem Braten oder Kochen kaum noch im Produkt enthalten. Da gehe ich doch lieber den direkten Weg und nehme täglich eine kleine Tablette. Das ist mir sicherer als Dein Weg. Ich finde es aber gut, dass Du Dir über das Thema Nährstoffe und Vitamine Gedanken machst. Hast Du schon mal Deinen Status überprüft? Die meisten Fleischesser haben einen B12-Mangel. Den hatte ich damals auch, als ich noch kein Veganer war.“
„Ja, bei mir ist alles in Ordnung… Eigentlich dürftest Du aber auch keine Pflanzen essen, die haben schließlich auch Gefühle.“
„Mir ist es bis jetzt noch nicht passiert, dass mein Obst oder Gemüse auf meinem Schneidebrett gewinselt und um sein Leben gefleht hat. Das liegt wahrscheinlich in erster Linie daran, dass Pflanzen kein zentrales Nervensystem haben.“
„Aber was kannst Du denn überhaupt noch essen?“
„In erster Linie nur Gras, Rindenmulch und Nudeln mit Tomatensoße.“
„Siehst Du! Das kann ich an euch Veganern nicht leiden. Ihr müsst immer missionieren und seid dann auch noch militant und aggressiv.“
„Du hast mich doch angesprochen und ich habe immer nur geantwortet. Hättest Du mir eigentlich auch so viele Fragen gestellt, wenn ich Fleischesser wäre und zum Beispiel keine Kartoffeln mehr essen würde?“
„Ich gehe mir jetzt lieber ein Bier holen, das ist mir zu kompliziert mit Dir.“
„Das wollte ich auch schon die ganze Zeit. Bringst Du mir eins mit?“

Zutaten für 4-6 Portionen Soße:

  • 1 kl. Dose gestückelte Tomaten à 400g
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 100ml trockener Weißwein (optional durch Gemüsebrühe ersetzen)
  • 1 EL Öl (*)
  • 250ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Salz
  • 150ml Soja-Sahne
  • Prise Xucker -oder ein anderes Süßungsmittel- (*)
  • 100g Tomatenmark
  • etwas Pfeffer (*) aus der Mühle
  • 1 TL Oregano (*)
  • optional Chili (*)

(*) Affiliate-Link

Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch schälen und klein hacken. Die gewürfelten Zwiebeln und Knoblauch glasig anbraten und das Tomatenmark mit anrösten. Anschließend die Tomaten zufügen und mit Salz, Pfeffer und Xucker abschmecken, mit Weißwein ablöschen und bei hoher Hitze ca. 5 Min. einreduzieren lassen. Nun die Gemüsebrühe hinzufügen und die Soße ca. 15. Min. köcheln lassen. Kurz vor Schluss die Sahne mit in den Topf geben und anschließend mit dem Mixstab (*) die Soße pürieren.
Nun mit Oregano und Chili würzen. Sollte die Soße noch zu dünn sein, kann man noch mehr Tomatenmark dazu geben. Wer das Gerichte glutenfrei essen möchte, nimmt einfach glutenfreie Nudeln zu der Soße.

Arbeitszeit: ca. 10 Min.
Kochzeit: ca. 20-30 Min.

Die Soße wird noch aromatischer, wenn man ca. 10 getrocknete Tomaten klein schneidet und ganz zu Anfang mit in die Soße gibt

(*) Affiliate-Link