Ich kann die Stimmen schon hören, die jetzt wieder sagen werden:

„Ein Burger ohne Fleisch ist kein richtiger Burger. Wieso müssen Veganer eigentlich immer Fleisch imitieren, obwohl sie keins mehr essen wollen? Das ist doch alles Heuchelei!“

Nein, ist es nicht. Tiere schmecken gut, die meistens jedenfalls, und das ist wohl ihr größtes Problem.
Ich möchte aber nicht, dass ein Tier nur meines Geschmacks wegen leiden und sterben muss, habe aber dennoch gerne Schnitzel oder Burger gegessen. Außerdem hat sich die Form eines Burgerpattys oder einer Wurst einfach etabliert, es ist schlicht und einfach praktisch. Natürlich könnte ich aus meiner Bohnenbulette auch einen Nachbau der Cheobs-Pyramide formen, damit auch die Vegan-Kritiker beruhigt sind, aber das wäre mir ein bisschen zu umständlich und so wichtig ist mir das Gerede der anderen Leute auch nicht.

Oder die Wurst. Wem würde es denn nützen, wenn ich daraus vorher den Eiffelturm nachkonstruieren würde? Erstens fehlt mir dazu das künstlerische Talent, zweitens steht die Kuh auch nicht als Wurst oder Bulette auf der Weide und drittens passt so ein Ding wahrscheinlich gar nicht in die Pfanne, von einer gleichmäßigen Bräunung, die in der Regel beim Braten entsteht, mal ganz zu schweigen.

Ich liebe meine Burger über alles und richtig gut finde ich, dass da keine Mettknorpel drin sind, die habe ich als Kind schon nicht gemocht 🙂 . Die Anregung dafür habe ich aus dem Buch „Vegan for youth“ (*) von Atilla Hildmann. Ich würze die Masse jedoch einfach so, wie ich früher meine Mett-Buletten auch gewürzt habe. Kannst Du mir bitte mal erklären, wieso man Fleischsalat eigentlich Fleischsalat nennen darf…?

Zutaten für ca. 10 – 12 Burger-Pattys:

  • 2 kl. Gläser Kidney-Bohnen à 230g
  • 1 kl. Dose Linsen à 240g
  • 1 gr. Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 150g (glutenfreie) Haferflocken (*)
  • 100g Nüsse
  • 1 EL Senf
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Sojasoße
  • 1 gehäufter TL Majoran
  • 2 TL Paprikapulver
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Chili nach Geschmack (*)

Linsen und Bohnen in einem Sieb waschen und abtropfen lassen. Zwiebeln und Knoblauch klein hacken. Die Haferflocken in einen Zerkleiner geben und zu Mehl verarbeiten, das dauert bei einem guten Gerät nicht länger als 10 Sekunden. Wer keinen hat, der lässt die Haferflocken einfach ganz, es kann dann aber sein, dass man noch etwas Mehl am Ende zufügen muss. Nun auch die Nüsse in dem Zerkleinerer zu Nussmehl verarbeiten (man kann hier auch gemahlene Nüsse nehmen, die schon fertig zu kaufen sind).
Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und mit dem Stabmixer zu einer glatten Masse verquirlen. Die Masse soll so beschaffen sein, dass man daraus Frikadellen formen kann und an den Händen fast nichts mehr kleben bleibt. Nun die Masse abschmecken und Frikadellen formen.
Eine schwere Pfanne mit dem Öl stark erhitzen und von beiden Seiten scharf anbraten. Dann einmal auf jede Seite wenden und insgesamt ca. 5 Minuten braten.

Arbeitszeit: ca. 20 Min.
Kochzeit: ca. 5-10 Min.

 

 

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Aus der Masse kann man auch Mini-Frikadellen formen, die ideales Fingerfood sind